Retraumatisierungen in Aufstellungen vermeiden - Gisela Marxen
Vermeidung von Retraumatisierungen
Webinar Montag, 6. Oktober 2025 von 18.00 – 19.30 Uhr
Trauma, traumatisiert und Re-Traumatisierung ist im Moment in aller Munde.
In diesem Webinar wollen wir diese Begriffe klären und teilen, wie wir in Aufstellungen gut damit umgehen können.
Trauma bedeutet, dass im Moment des Erlebens und direkt danach die psychische Verarbeitungskapazität des betroffenen Menschen überfordert war. Um nicht von dem Erlebten überflutet zu werden, wurde es „beiseite gepackt“, im Mandelkern unseres Gehirns abgelegt.
Um zu erkennen, dass wir es mit traumatisierten KlientInnen zu tun haben, hilft uns der Blick auf den Körper. Wir werden uns zusammen die wichtigsten und deutlichsten Hinweise anschauen, die die Betroffenen geben. Wir werden auch reflektieren, welche Reaktionen in uns selbst uns darauf hinweisen können. Beides sowohl im Vorgespräch als auch während der Aufstellung.
Wenn wir traumatisierte Menschen begleiten, achten wir darauf, dass nur so viel Erinnerung bewusst wird, wie der Mensch in diesem Moment verarbeiten kann – und wie viel wir gut begleiten können.
Wenn wir erkennen, dass das Mitgebrachte unsere begleitenden Fähigkeiten vielleicht überfordert, vermitteln wir die KlientInnen an in Trauma-Therapie ausgebildete KollegInnen. Offenbart sich die Traumatisierung erst während einer Arbeit, gibt es Möglichkeiten, die Betroffenen wieder in ihrer Abgrenzung gegen den traumatischen Inhalt zu unterstützen und in ausreichend guter Verfassung aus dem Vorgespräch oder der Aufstellung zu entlassen – mit dem Hinweis, dass eine Trauma-Therapie sinnvoll sein könnte.
Wer einige therapeutische Grundausbildung und Erfahrung mitbringt, kann tiefer durch die traumatischen Erinnerungen hindurch begleiten. Dafür passen wir unsere Arbeitsweise an. Aufgabe der Aufstellungsleitung vor oder während oder nach der Aufstellung ist vor allem, eine Überflutung der KlientInnen mit den traumatischen Inhalten und damit eine Re-Traumatisierung zu vermeiden.
Die wichtigsten therapeutischen Elemente dafür werden in den Blick genommen.
Gerne stelle ich zum Abschluss noch mein Konzept aus fünf wesentlichen Bausteinen vor, die für die Arbeit mit Trauma wichtig sind, und wie uns dieses Konzept helfen kann, uns in der Arbeit mit Traumatisierten zu orientieren.
Vita
Ausbildung zur Biosynthese-Therapeutin bei David Boadella 1983- 1985.
Die Biosynthese ist eine sanfte körperorientierte Psychotherapie, in der von Anfang an dem spezifischen Umgang mit traumatisierten KlientInnen mit gelehrt wurde.
Vertiefende Fortbildungen in Traumtherapie mit dieser Methode.
Diplom-Biosynthese-Therapeutin, Lehrtrainerin und Supervisorin am Internationalen Institut für Bisosynthese in Heiden/Schweiz.
Atemtherapie und Atemmeditation bei Hetty Draayer 1985 – 2010.
Beschäftigung mit Familienaufstellungen seit 1995.
Leitung von Familienaufstellungen seit 1998.
Anerkannte Systemaufstellerin (DGfS) und Anerkannte Weiterbildnerin (DGfS).
Ein Schwerpunkt meiner Arbeit ist schon lange, Familienaufstellungen mit Traumatisierten gut an ihre speziellen Bedürfnisse anzupassen.
Die Grundlagen dafür sind in meinem Artikel „Familienaufstellungen und Biosynthese“ in Energie & Charakter 34, Dezember 2010 veröffentlicht.
Die Veranstaltung ist für DGFS-anerkannte Systemaufstellende frei.
Mitglieder der DGfS und Fördermitglieder zahlen 10 €, Gäste 20 €